Die Geschichte Islands – Wikinger und Mönche
Die Geschichte Islands ist lang und sehr spannend. Einige Abschnitte und Funde aus der Vergangenheit konnten bis heute noch nicht restlos entschlüsselt werden und noch immer gibt es viele Rätsel. Fest steht allerdings, dass viele Völker an der Entstehung der Geschichte des Landes beteiligt waren, einige waren friedlich, andere wollten ihre Ziele mit Gewalt erreichen.
Die eigentliche Geschichte von Island beginnt vor rund 2.000 Jahren. Damals fuhr ein Mann mit Namen Phyteas auf einem Segelschiff von der heutigen französischen Hafenstadt Marseille nach England und kam dabei dem Polarkreis sehr nahe. Der griechische Mathematiker und Wissenschaftler erzählte in seinen Auszeichnungen von einem seltsamen Land mit schneebedeckten Bergen und von Quellen, die wie Fontänen aus der Erde sprudeln und in dem vier Wochen lang die Sonne nicht mehr untergeht. Unzweifelhaft hat er Island gemeint. Dann wird es lange still um das Land am Polarkreis, denn die nächsten Menschen, die das Land nachweislich betreten haben, waren Mönche aus dem heutigen Irland, die im 8. Jahrhundert einen Ort der Stille und Einsamkeit suchten, an dem sie sich auf ihre Gebete konzentrieren konnten. Island war offensichtlich der perfekte Ort, aber nur so lange, bis die Wikinger kamen. Die sagenumwobenen Nordmänner nahmen die Insel in Besitz und vertrieben die Mönche, die sie verächtlich Pagar nannten, was so viel wie Pfaffen heißt. Die kriegerischen Wikinger nutzen Island allerdings nicht, um dort zu leben, sie versteckten nur einen Teil der Beute auf der Insel. So wurden unter anderem noch römische Münzen gefunden, die Archäologen auf diese Zeit datieren konnten.
Der erste Mann
Der Wikinger Flóki Vilgerdarson aus Norwegen war der erste Mensch, der auf Island heimisch wurde. Er siedelte mit seiner Familie dort, aber bei einem harten Winter im Landesinnern verhungerte fast sein gesamtes Vieh. Auf der Suche nach einem besseren Platz stieg er auf einen Berg und erblickte einen mit Eis überzogenen Fjord, den er Ísland, Eisland nannte. Er hatte nicht nur einen Platz zum Leben gefunden, sondern auch einen Namen für das Land. Der Wikinger segelte zurück nach Norwegen und erzählte seinen Leuten, er habe ein Land entdeckt, in dem Milch und Honig fließen und so begann die Besiedlung Islands.
Die Anfänger
Im Jahre 874 lebten, wenn man den Chronisten Glauben schenken darf, zwischen 20.000 und 60.000 Menschen auf Island. 400 Jahre später, als es eine erste Volkszählung gab, waren es aber nur noch 4.560 freie Bauern mit ihren Familien und dem Gesinde. Forscher vermuten, dass das raue Klima und auch die kargen Böden viele der ersten Siedler veranlasst haben, Island den Rücken zu kehren und wieder nach Norwegen zurückzugehen. Island ist seit seiner Gründung eine Republik geblieben, denn in mehreren Abstimmungen in einem Zeitraum von Jahrhunderten haben sich die Einwohner wiederholt gegen einen König entschieden. Sie haben immer wieder dafür plädiert, dass alle Staatsmacht vom Volk ausgeht und das jeder Isländer mitreden darf, wenn es um das Wohl des Landes geht.
Noch heute kann man die einzigartige Geschichte des kleinen Volkes im hohen Norden von Europa in den sogenannten Sagas und auch in der Edda nachlesen.
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